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Moin und herzlich willkommen beim MSV Preetz e.V. im ADAC.
Was immer Du – rund ums Trialen 😉 – auf dem Herzen hast, hier findest Du die Antworten. Zum Beispiel:
Du bist (noch) kein Trialer und möchtest einfach mal wissen, was um alles in der Welt das wohl sein mag: Biddeschön! Klick einfach auf das dicke Pluszeichen links...
Die Basics- Was ist Trial (und warum sehen die Mopeds so komisch aus)?
Trial heißt Trial, weil Trial „Versuch“ heißt. Und genau darum geht’s. Man versucht, mit dem Motorrad möglichst fehlerfrei und elegant (wobei letzteres leider nicht in die Wertung einfließt) einen Hindernisparcours im Gelände zu überwinden, ohne die Füße herunterzunehmen oder gar zu „scheitern“. Scheitern (natürlich als Chance zu verstehen!) kann vielfältige Formen annehmen, dafür gibt es eine ziemlich lange Liste, von eindeutigen Fällen wie „das Moped liegt oben“ bis zu subtilen Sachen wie „Kreuzen der eigenen Fahrspur mit beiden Rädern“ (was da wohl rauskommt…).
Dazu werden mit fernsehkrimigerechtem („Police Line: Do not Cross“) Flatterband (dessen Beschädigung als „Scheitern“ gilt!) im Gelände eine Reihe von „Sektionen“ ausgesteckt, bei denen es dann zugeht wie im richtigen Leben: Sie haben einen Anfang und ein Ende, sind mit allerlei kurzweiligen Hindernissen gespickt (Hier: Baumstämme, Steine, Tiefsand, Dinge die im Bauhof keiner mehr gebraucht hat etc…) und halten unerwartete Wendungen (sprich ziemlich enge Kurven an wirklich ungünstigen Stellen) parat.
Damit sich niemand langweilt und alle sich ge- aber nicht überfordert fühlen, gibt es 5 „Könnensstufen“ vom „Einsteiger“ bis zum „Experten“, die innerhalb der Sektion jeweils ihre eigene Spur (durch Tore gekennzeichnet) mit eigenem Schwierigkeitsgrad haben. Geschwindigkeit und Zeit spielen keine Rolle (es gibt nur ein Anti-Trödel-Limit pro Sektion) und meist wird im Schritttempo gefahren.
Und weil Balanceakte im Sitzen eher schwierig sind, fährt man im Stehen, so dass die Mopeds erst gar keine Sitzbank haben. Deshalb der komische Look. Wo wir von Look sprechen: Trialen ist eine der wenigen Gelegenheiten für Männer, enge Spandexhosen zu tragen, ohne Superheld zu sein…
Die Regeln sind im Groben einfach: Unter Verstoß gegen alle Erkenntnisse moderner Pädagogik arbeiten wir beim Trialen noch knallhart mit Strafen und sonst nix:
Einen Fuß setzen: 1 Strafpunkt
Zwei Füße setzen: 2 Strafpunkte
Drei Füße setzen (man ahnt es schon): 3 Strafpunkte
Vier Füße setzen: Nope! Bei mehr als 3 Füßen bleibt es überraschender Weise bei 3 Strafpunkten, die „Nu is eh egal“
Sättigungsgrenze ist erreicht.
„Scheitern“ (wir erinnern uns…lange Liste): 5 Strafpunkte
Sich nicht mal in die Sektion trauen: 10 Strafpunkte (aber das macht wirklich niemand…)
Am Ende wird zusammengezählt, wer am wenigsten Punkte hat, gewinnt (jegliche Verachtung für „die arme Lusche, die nicht mal einen einzigen Punkt hat“ wäre also verfehlt).
Die feinen Details zum Regelwerk gibt es hier.
Muss man Wettbewerbe fahren? Nein, überhaupt nicht. Es gibt viele Trialer, die nur zum Spaß in der Kuhle fahren. Aber für den, der es möchte, gibt es für den Hobbybereich überall Wettbewerbsserien, bei denen die Einsatzorte innerhalb von 1 bis 2 Autostunden erreichbar sind (bei uns den Trial Nord Cup, den SH-Cup und die Hanse Classics). Es lohnt sich, das mal zu probieren!
Garantiert analog: Kids
Nun muss ja wirklich nicht alles, was Kinder und Jugendliche betreiben, pädagogisch wertvoll sein. Es darf gerne einfach auch mal nur eine Menge Spaß machen. Aber ist es nicht toll, wenn man beides haben kann?
Bei den jungen Generationen mit den Buchstaben wird ja viel (und leider oft ganz zu Recht) beklagt, dass es an Bewegungserfahrungen (außer Swipen), an Konzentrationsfähigkeit und an Selbstdisziplin fehlt. Nicht bei unseren kleineren und größeren Kiddies: Die machen reichlich Bewegungserfahrungen (Gleichgewicht und Dynamik unter vollem Körpereinsatz). Wenn die Bewegungserfahrung in eine ungeplante Richtung geht, stehen sie auf, klopfen sich den Staub ab und versuchen es nochmal. Lernen, mit Frust fertig zu werden. Genießen es unglaublich, wenn sie das Hindernis im zigten Anlauf dann geschafft haben (Mühe geben zahlt sich aus…). Lernen, dass der Wettbewerber auch ein Freund sein kann. Pflegen ihr Material und das Gelände. Werden körperlich und im Kopf ziemlich fit.
Würden wir so weit gehen zu behaupten, dass Trialen Kindern und Jugendlichen hilft, besser in der Schule und im Leben zurecht zu kommen? Ja, das würden wir…
„Hindernisse, Steine, Motorräder, menschliche Weichteile, ist das nicht eine saugefährliche Mischung“? Die einzige Motorsportart mit geringerem Verletzungsrisiko dürfte Fernlenkautos sein. Wir fahren in den Sektionen meist im Schritttempo und bei den eTrialern lassen sich Leistung und Höchstgeschwindigkeit stufenlos einstellen. Je nach persönlichem Schutzbedürfnis gibt es Protektoren für alle entscheidenden Körperstellen (für Kinder- und Jugendliche sind Helme und Rückenprotektoren Pflicht). Wenn was schiefgeht, gibt das meist nur blaue Flecken (die allerdings recht regelmäßig). Sehr selten passiert auch mal mehr, aber wollen wir uns mal Fußball, Handball, Reiten oder eScooter fahren ansehen?
Girlpower
Frauen und Mädchen sind in anderen Motorsportarten oft noch „Exoten“. Wenn sie an den Start gehen, sind sie oft das einzige weibliche Wesen im Teilnehmerfeld und werden entsprechend beäugt und kommentiert. Nicht so im Trial. Wir lehnen uns mal aus dem Fenster und behaupten schlankweg, dass Trial die Motorsportart mit dem größten Anteil von Frauen und Mädchen ist. Wer’s nicht glaubt, kommt mal zu einem Vereinstraining oder einem der Nordcup Wettbewerbe und überprüft die Quote von Zöpfen und Pferdeschwänzen, die unter den Helmen hervorgucken: Auch nach Herausrechnen der Althippies ist die doch sehr beachtlich. Hatten wir schon dezent darauf hingewiesen, dass in unserem Verein 20 % der Mitglieder weiblich sind?
Da reine Körperkraft in den „Hobbyklassen“ nicht so die Rolle spielt (da ist Feingefühl und Koordination gefragt) gibt es dort keine separaten Klassen für Frauen und Mädchen, das sorgt für ein ganz selbstverständliches Miteinander.
Geht da noch was? Aber ja! Wir arbeiten dran, vor allem auch unsere fahrenden Mädels als Vorbilder…
Die grauen Elfen - Senioren

Wer schon mal bei einem Wettbewerb erlebt hat, wie ein um die 70 jähriger mit einem 100 kg schweren Eisenhaufen aus den 60ern wie eine Elfe durch die Sektion schwebt, während man selbst mit dem neuen HiTech Moped in der selben Sektion strampelt wie auf einem Kinderlaufrad, weiß, Trial kennt keine Altersgrenze – weder fürs Aufhören noch fürs Anfangen. Trail deckt so ziemlich jede Empfehlung für gesundes Altern ab (Kraft, Balance, Beweglichkeit, Ausdauer, Reaktionsfähigkeit). Und nachdem man sich den Schwierigkeitsgrad stufenlos aussuchen kann und die Verletzungsgefahr gering ist, ist es auch nie zu spät, anzufangen.
Die Schmankerl - Klassiktrial und Gespanntrial
Eine besonders nette und ausgesprochen relaxte Untergattung der Trialer sind die Klassiktrialer. Die bewegen stilvoll alte und sehr sehenswerte Mopeds (es gibt die klassischen Klassiker, also Mopeds mit Baujahr vor 1965 („Pre65“, der Name ist Programm), die mittelklassischen Klassiker, also zwei Federbeine mit Baujahr ab 1965 (liebevoll „Twinshocker“ genannt) und die NeoKlassiker – luftgekühlte Monoschocker ab Baujahr 83 (nicht weniger liebevoll LuMos genannt). Das Fahreralter ist frei wählbar, Fahrer aller Altersstufen lieben den besonderen Charme dieser Klasse:
Hier gilt noch “keine Tricks“: Moderner Schnickschnack wir Hüpfen und Hinterradversetzen und Fuß im Stillstand auf den Boden gibt eine volle 5 (ach, die guten alten Zeiten…).
Die Veranstaltungen haben einen besonders kameradschaftlichen Charakter, z.B. bepunktrichtern sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen selbst und es ist selbstverständlich, sich gegenseitig Tipps zu geben und sich über gute Ergebnisse aller zu freuen.

Die – leider zu seltenen – Hingucker auf jeder Veranstaltung sind die Gespanne. Wer einmal gesehen hat, wie engumschlungene Pärchen ein solches Gefährt vollsynchron um die Ecke hüpfen oder unter akrobatischen Verrenkungen in aberwitzigen Schräglagen am Hang wenden, vergisst das nicht mehr (Bilder im Kopf…). Und wünscht sich meistens heimlich, das doch selber mal zu probieren…
Alles Wissenswerte zu diesem kleinen aber feinen Segment unseres Sports findest Du hier.
Trialer unter Strom: Nachhaltigkeit
Die „Winds of Change“ kommen bei uns nicht mit Sausen und Brausen, sondern mit einem leicht heulenden Surren: Die Elektifizierung ist in vollem Gang. Begonnen hat es mit den Kindermotorrädern, die ein idealer Einstieg sind, da sich Leistung und Höchstgeschwindigkeit elterlicherseits stufenlos und individuell anpassen lassen (auch wenn die Kids sehr schnell rausbekommen, wozu die Knöpfe da sind…).
Mittlerweile bieten sowohl Spezialisten als auch einige der großen Hersteller absolut wettbewerbsfähige (WM taugliche!) ETrialer für Erwachsene an, für Nostalgiker mit Schaltung und Kupplung.
Reichweitenprobleme gibt es keine, da ja keine großen Strecken zurückgelegt werden. Da kommt man mit einer Batterieladung ohne weiteres aus.
Und ja, es gibt nur wenige Wohlgerüche auf dem Planeten, die es mit frisch verbranntem Zweitaktgemisch aufnehmen können. Aber es ist halt nicht nur Zero Emissions, sondern auch Zero Ankicken, Zero Vergaserprobleme, Zero Kolbentauschen…
Und vor allem: Wie immer sich die Vorschriften entwickeln werden, Trail hat in jedem Fall eine Zukunft…
Für die Freunde des bewegten Bildes - Die Basics als Video
Wer sich die Basics der Trialens lieber per Video erklären lässt, wird hier fündig.
Alternative: Wenn Du wie ein echter Norddeutscher eher der Typ „machen statt lesen“ bist, scroll ein ganz kleines bisschen tiefer zu unserem Schnuppertrial-Angebot.
Wenn es Dich interessiert, wer wir sind und wie man bei uns trainieren kann: Das steht alles hier.
Wenn Du Trialer (oder interessierter Zuschauer) bist und Infos über die nächsten Veranstaltungen haben möchtest, scrollst Du noch etwas tiefer und/oder gehst zu unserem Terminkalender.
Möchtest Du als Gastfahrer bei uns trainieren (herzlich willkommen!!), findest Du Infos und den Papierkram hier.
Und wenn Du gaaaanz tief in die Details einsteigen möchtest über Regeln, das trialerische Verbandswesen und wasnichtalles wird Dir hier geholfen.
Viel Spaß beim Stöbern und bis hoffentlich bald !
Erfolgreiches Veranstaltungswochenende beim MSV Preetz
Du willst nicht stundenlang über Trial und wie toll es ist lesen, sondern einfach mal machen? „Versuch macht kluch“? „Es gibt nichts Gutes außer man tut es?“ „Der Worte sind genug gewechselt“ (ja, auch wir Trialer kennen Goethe)?
Gute Einstellung! Dann schreib doch mal unseren spezialisierten Schnuppertrialbeauftragten an und vereinbare einen Termin. Dann kannst Du (oder natürlich Dein Nachwuchs) unter fachkundiger Anleitung mit vom Verein gestelltem Material (eMotorräder für die Kleinen, Benziner für die Großen) die ersten Versuche im Gelände starten. Einfach so… (und Ihr dürft sogar nicht nur einmal schnuppern, sondern bis zu drei Mal!)
Vorkenntnisse: Aufrechter Gang
Alter: Ab 4 Jahren, nach oben offen.
Ausrüstung: Feste Kleidung und feste Schuhe (Handschuhe wären auch nicht schlecht). Mopeds und Helme stellt der Verein.
Kosten: € 15.–
Termine: Maßgeschneidert, macht unser Schnupperbeauftragter im Einzelfall für Euch ab.
Auf vielen Webseiten käme an dieser Stelle der Hinweis “Vorsicht, Suchtgefahr“, aber wir wären ja doof, das zu verraten…





